Warum dein WooCommerce-Checkout 10 Sekunden dauert (und wie du Kaufabbrüche stoppst)
Du hast alles richtig gemacht: Deine Ads laufen, die Produktbilder sind perfekt, der Kunde hat Artikel in den Warenkorb gelegt. Er klickt auf „Zur Kasse“.
Und dann?
Der Ladebalken dreht sich. Und dreht sich.
5 Sekunden. 8 Sekunden. 12 Sekunden.
Der Kunde wird nervös. „Ist die Seite sicher? Wurde meine Zahlung akzeptiert?“ Im Zweifel bricht er ab und kauft bei Amazon.
Das ist kein Einzelfall. Wenn der Checkout-Prozess zu langsam ist, brechen bis zu 70% der Kunden den Kauf ab. Du verbrennst also Werbebudget, um Leute in einen Shop zu holen, der sie am Ausgang wieder rausschmeißt.
Warum dein Shop überall schnell ist, aber genau an der Kasse (Checkout) in die Knie geht – und warum dein Caching-Plugin hier machtlos ist – erkläre ich dir jetzt.
Das Problem: Der „Caching-Blindflug“ im Checkout
Vielleicht denkst du: „Aber ich habe doch WP Rocket / Autoptimize installiert, meine Startseite lädt super schnell!“
Das stimmt. Aber Caching-Plugins arbeiten mit einem Trick: Sie speichern eine statische Kopie deiner Seite (wie ein Foto) und zeigen diese jedem Besucher. Das verbraucht kaum Serverleistung.
Der Checkout ist anders.
Der Checkout ist hoch-dynamisch. Er muss für jeden Kunden individuell berechnet werden:
Was liegt im Warenkorb?
Wie hoch sind die Versandkosten für diese Adresse?
Welche Gutscheine sind aktiv?
Wie viel Steuer fällt an?
Deshalb deaktivieren sich alle Caching-Plugins auf den Seiten „Warenkorb“, „Mein Konto“ und „Kasse“ automatisch. Das müssen sie auch, sonst würde Kunde B den Warenkorb von Kunde A sehen (ein DSGVO-Albtraum!).
Das bedeutet: Im Checkout steht dein Server plötzlich nackt da. Er muss die volle Last tragen, ohne Caching-Schutzschild.
Der Flaschenhals: PHP-Worker & CPU-Limits
Wenn das Caching wegfällt, muss der Prozessor (CPU) deines Servers die Arbeit übernehmen. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.
1. Zu wenige PHP-Worker
Stell dir PHP-Worker wie Kassenbänder im Supermarkt vor.
Bei billigem Shared Hosting (Strato, IONOS etc.) hast du oft nur 2 bis 4 PHP-Worker.
Wenn nun 5 Leute gleichzeitig bezahlen wollen, sind alle Kassen belegt. Der 5. Kunde muss warten, bis ein anderer fertig ist. Sein Browser lädt und lädt – das ist die Wartezeit, die du siehst.
2. Langsame Datenbank-Abfragen
WooCommerce ist datenhungrig. Für einen einzigen Checkout-Vorgang werden oft hunderte Anfragen an die Datenbank gesendet (Preise abrufen, Lagerbestand prüfen, Bestellstatus schreiben).
Auf Standard-Servern liegen Datenbank und Webserver oft auf denselben überlasteten Festplatten. Die Folge: Stau.
Die Lösung: Echte Power statt Tricks
Da wir im Checkout nicht cachen können (Page Caching), müssen wir die Verarbeitungsgeschwindigkeit erhöhen. Dafür nutze ich bei meinen Managed Instances zwei Hebel:
A) Object Caching (Redis)
Wir können zwar nicht die ganze Seite cachen, aber wir können die Datenbank-Antworten cachen. Dafür nutze ich Redis.
Statt dass WordPress jedes Mal mühsam in der Datenbank suchen muss, „Wie viel kostet Produkt X?“, liegt diese Antwort griffbereit im extrem schnellen Arbeitsspeicher (RAM).
Das reduziert die Datenbank-Last im Checkout oft um 50-70%.
B) Isolierte Ressourcen (Keine „Noisy Neighbors“)
Bei mir teilst du dir die CPU nicht mit 500 anderen Webseiten.
High-Frequency CPUs: Ich setze auf Prozessoren mit hoher Taktung, da PHP Prozesse (wie den Checkout) meist nacheinander abarbeitet (Single-Thread Performance).
Genug PHP-Worker: Wir konfigurieren so viele Worker, wie dein Shop braucht. Wenn Black Friday kommt, skalieren wir hoch.
Checkliste: Ist dein Hosting „WooCommerce-Ready“?
| Feature | Standard Shared Hosting | Burwitz-IT Managed Woo | Auswirkung auf Checkout |
|---|---|---|---|
| Caching-Typ | Nur Datei-Cache (Plugins) | Redis Object Caching | Datenbank-Abfragen im Millisekunden-Bereich |
| PHP Worker | Streng limitiert (oft 2-4) | Flexibel skalierbar | Keine Wartezeiten bei gleichzeitigen Käufen |
| Datenbank | Standard HDD/SSD | NVMe & optimierte MariaDB | Schnelleres Schreiben von Bestellungen |
| Backup | Oft nur 1x täglich | Realtime / Stündlich | Kein Datenverlust bei Bestellungen während Updates |
Fazit: Spare nicht an der Kasse
Du würdest in einem echten Ladengeschäft nicht die Heizung ausschalten, damit die Kunden frieren, nur um 50€ Strom zu sparen.
Genauso wenig solltest du deinen Umsatz riskieren, um 20€ beim Hosting zu sparen.
Ein schneller Checkout ist der einfachste Umsatz-Hebel, den du hast. Jede Sekunde weniger Wartezeit bedeutet direkt mehr abgeschlossene Bestellungen.
Verlierst du gerade Umsatz?
Lass uns das prüfen. Ich simuliere einen Checkout-Prozess in deinem Shop und messe, wo genau es hakt (Datenbank, PHP oder externe Skripte).