Das Adress-Problem des Internets
Jedes Gerät im Internet braucht eine IP-Adresse — die eindeutige Kennung, über die es erreichbar ist. Das Problem: IPv4 wurde 1981 entworfen und bietet nur 4,3 Milliarden Adressen. Bei über 15 Milliarden vernetzten Geräten weltweit reicht das längst nicht mehr.
IPv6 löst dieses Problem mit einem praktisch unendlichen Adressraum. Trotzdem ist der Umstieg nach über 25 Jahren noch nicht abgeschlossen. Dieser Artikel erklärt die technischen Unterschiede und warum das so ist.
IPv4: Das Original
IPv4 (Internet Protocol Version 4) verwendet 32-Bit-Adressen, dargestellt als vier Dezimalzahlen (Oktette) getrennt durch Punkte:
Private IP-Bereiche (RFC 1918)
Private IPs sind im Internet nicht direkt erreichbar — sie werden per NAT (Network Address Translation) über eine öffentliche IP geleitet. NAT ist der Hauptgrund, warum IPv4 überhaupt so lange funktioniert hat.
IPv6: Die Lösung
IPv6 (Internet Protocol Version 6) verwendet 128-Bit-Adressen, dargestellt als acht Gruppen von Hexadezimalzahlen:
2001:0db8:85a3:0000:0000:8a2e:0370:7334
Kurzform: 2001:db8:85a3::8a2e:370:7334
340 Sextillionen Adressen — genug, um jedem Sandkorn auf der Erde Milliarden IP-Adressen zu geben. Mit IPv6 braucht man kein NAT mehr: Jedes Gerät bekommt eine eigene öffentliche Adresse.
Technischer Vergleich
| Eigenschaft | IPv4 | IPv6 |
|---|---|---|
| Adresslänge | 32 Bit | 128 Bit |
| Notation | Dezimal (192.168.1.1) | Hexadezimal (2001:db8::1) |
| ARP | ARP (Broadcast) | NDP (Multicast, effizienter) |
| Broadcast | Ja | Nein (nur Multicast/Anycast) |
| NAT nötig? | Ja (Pflicht) | Nein |
| Header | Variabel, komplex | 40 Byte, fest, einfacher |
| Fragmentierung | Router + Sender | Nur Sender |
Subnetting: CIDR-Notation
Sowohl IPv4 als auch IPv6 nutzen CIDR (Classless Inter-Domain Routing), um Netzwerke in Subnets aufzuteilen. Die Zahl nach dem Schrägstrich gibt an, wie viele Bits für das Netzwerk reserviert sind:
Warum ist der IPv6-Umstieg so langsam?
Aktueller Stand (2026): Ca. 45 % des globalen Traffics läuft über IPv6. Google, Facebook, Netflix und alle großen Cloud-Provider unterstützen IPv6 nativ. Deutschland liegt bei ca. 65 % IPv6-Fähigkeit.
IPv6 für Webserver und Websites
Für Website-Betreiber ist IPv6 besonders relevant:
listen [::]:443 sslIPv6-ready mit Burwitz-IT
Unsere Server unterstützen IPv4 und IPv6 nativ (Dual Stack). Bei Managed Hosting konfigurieren wir beides für Sie — inklusive DNS, Firewall und Monitoring. Netzwerk-Infrastruktur ist unser Fachgebiet. Jetzt anfragen.